Souvenir, Souvenir

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Souvenir, Souvenir

Reiseandenken aus fremden Ländern? Nicht alles, was Urlauber im Gepäck mit nach Hause bringen, darf eingeführt werden. Auf der Oberfranken-Ausstellung (OFRA) in Hof informiert das Hauptzollamt Regensburg über das, was der Zoll so alles findet, über seine Arbeit und darüber, wie man Zollbeamter wird.
 
Eine Elfenbeinschnitzerei vom Bazar, eine thailändische Orchidee, ein Gürtel aus Krokodilleder? Harmlose Mitbringsel sehen anders aus. Wer auf Reisen unter Artenschutz stehende Tiere, Pflanzen oder Produkte daraus mit in die Heimat nehmen will, benötigt die entsprechenden Aus- und Einfuhrpapiere oder erlebt bei seiner Rückkehr nach Deutschland eine böse Überraschung. Neben der Beschlagnahmung der Waren durch den Zoll, drohen rechtliche Konsequenzen. Dass die Angebote im Urlaubsland nicht entsprechend gekennzeichnet waren, spielt dabei keine Rolle. Besser ist also, sich vor dem Urlaub zu informieren: im Internet unter www.artenschutz-online.de oder direkt beim Zoll. Möglich ist das beispielsweise in Halle 5 der diesjährigen Oberfranken-Ausstellung (OFRA) in Hof. Dort klärt das Hauptzollamt Regensburg über Einfuhrverbote und Beschränkungen zum Schutz von Umwelt, Wirtschaft und Bürgern auf und zeigt Fundstücke aus der Asservatenkammer: von der Muschel bis zum Puma.
 
Grenzenlos einkaufen? Vorsicht bei Markenprodukten und Arzneimitteln
Eine weitere Herausforderung für den Zoll ist der wachsende globale Internethandel: Und das sowohl in Sachen Artenschutz - wie die im Netz bestellte Handyschale aus Pythonhaut belegt – als auch in Richtung Produktpiraterie oder Arzneimittel. Michael Lochner, Pressesprecher beim Hauptzollamt Regensburg, meint: „Früher gab es Markenplagiate vor allem bei DVDs oder Textilien. Doch mittlerweile wird eigentlich alles gefälscht.“ Er rät daher zur Vorsicht, wenn Markenprodukte bei Anbietern in Drittländern zu einem Spottpreis angeboten werden: „Da sollte man schon misstrauisch werden.“ Wer trotzdem bestellt, muss davon ausgehen, dass der Zoll sein Paket öffnet, gefälschte Markenware einzieht und den Fall an die Staatsanwaltschaft sowie den Inhaber der jeweiligen Markenrechte weiterleitet. Das Problem bei Medikamenten: Was in Drittländern  erlaubt ist, kann wie Bodybuilder- oder Schlankheitspillen nach deutschem Arzneimittelgesetz verboten sein. Wird der Zoll aufmerksam, hängt das Strafmaß vom Einzelfall ab.
 
Voller Durchblick: das Scan-Mobil des Zolls auf der OFRA
Ob Artenschutz, Produktpiraterie, Drogen- oder Waffenhandel, wer verbotene Produkte ins Land schmuggelt, ist auch nach dem Grenzübertritt nicht sicher. Zollkontrollen gibt es bundesweit. Fracht- und Gepäckkontrollen werden mittlerweile mit modernster Technik durchgeführt, beispielsweise mit sogenannten Scan-Mobilen. Am 3. und am 6. Oktober kann man auf der OFRA eines dieser Fahrzeuge in Aktion erleben und am Bildschirm verfolgen, was in Kisten oder in verschlossenen Koffern unter den Pullovern steckt. 
 
Auf der OFRA möchte das Hauptzollamt Regensburg zudem Aufklärungsarbeit in eigener Sache leisten. „Nur wenigen ist bewusst, dass es beim Zoll um mehr als die Ein- und Ausfuhr von Waren geht“, sagt Lochner. „Wir sind die Ansprechpartner, wenn es um die Kfz-Steuer, die Mineralölsteuer, die Kaffeesteuer oder die Biersteuer etc. geht.“ Der vielschichtige Aufgabenbereich macht den Zoll zu einem attraktiven Arbeitgeber. Ob Ausbildung zum/zur Zollsekretär/in oder Duales Studium zum/zur Dipl. Finanzwirt/in (FH), auf der Messe erfahren Interessierte alles über den beruflichen Start und die Beamtenlaufbahn bei der Bundesbehörde. Dass es dort durchaus auch musikalisch zugeht, stellt bei der Messeeröffnung am 3. Oktober die Zollkapelle Nürnberg unter Beweis.

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