Schützenswerte Unterwasserwelt

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Schützenswerte Unterwasserwelt

Gut, wenn sich die Fische im Wasser wohlfühlen. Aber man muss auch etwas dafür tun. Auf der Oberfranken-Ausstellung (OFRA) in Hof informiert der Bezirksfischereiverband Oberfranken über aktuelle Projekte und Aufgaben.
 
Neben der Angelbegeisterung verbindet die rund 13.000 Mitglieder im Bezirksfischereiverband Oberfranken (BFVO) das gemeinsame Engagement für die Natur. Schutz und Hege der heimischen Fischarten und die Erhaltung der Artenvielfalt zählen zu den vordersten Aufgaben des Verbandes. Auf der Messe steht die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit im Vordergrund. „Wir möchten den Besuchern bewusst machen, dass Fische in unseren Flüssen und Seen keine Selbstverständlichkeit sind“, so Friedrich Schmauser, der Präsident des Verbandes.
 
Auf der Messe Hof in Halle 6 präsentieren die Fischer in Schauaquarien heimische Fischarten und informieren parallel über deren vielfältige Gefährdungen durch natürliche Fischräuber oder menschliche Eingriffe in die Natur. Fischarten wie Mühlkoppe, Äsche, Bachforelle und Aal sind vom Aussterben bedroht. Durch Artenhilfsprogramme versucht man dem gegenzusteuern. Der europäische Aal ist beispielsweise durch Querverbauungen in Flüssen in seiner Existenz gefährdet. Staustufen und Kraftwerke verhindern, dass er, zum Laichen ins Meer ziehen kann und die Jungaale, auch Glasaale genannt, auf dem umgekehrten Weg wieder zurückschwimmen können. Durch den Bau von Fischwanderhilfen und das Einsetzen gerade mal 0,3 Gramm schwerer Glasaale in heimische Gewässer wollen die Fischer den Bestand schützen. Probleme bereiten den Gewässern auch die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen bis in die Uferzonen hinein und die damit verbundenen Einträge. Durch hohe Bodenerosion – eine Nebenwirkung z. B. des intensiven Maisanbaus –, kommt es zu starkem Sedimenteintrag, sodass Kiesbänke in Flüssen und Seen verschlammen oder versanden. Die Folge: Die von Kieslaichern wie Bachforellen und Äschen dort abgelegten Eier sterben aufgrund von Sauerstoffmangel ab. Schmauser weist darauf hin, dass die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die das Ziel haben, bis 2027 einen guten ökologischen und guten chemischen Zustand der Gewässer zu erreichen, noch lange nicht erfüllt sind: „Der sogenannte Wasserpakt, der von der Bayerische Staatsregierung 2017 initiiert wurde, soll nun helfen, Einträge aus der Landwirtschaft zu vermeiden.“ Genaueren Einblick in die Thematik gibt die am BFVO-Stand integrierte Sonderausstellung „Ökologische Gewässersituation kleinerer Fließgewässer in verschiedenen Naturräumen Oberfrankens.“ Unter anderem zeigt sie anhand einer Untersuchung der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken, wie empfindlich Fische und andere aquatische Lebewesen auf Einträge von außen reagieren.
 
Die Natur zu achten, lernt man am besten von Kindesbeinen an. In der Arbeit der über 100 im Verband organisierten Vereine nimmt daher die Umwelterziehung einen wichtigen Stellenwert ein. Das Projekt „Fischer machen Schule“ der Fischerjugend im Landesfischereiverband Bayern soll Kindern der 4. Grundschulklassen beispielsweise vermitteln, wie lebensfroh es unter Wasser zugeht, egal ob es sich um Fische, Fischnährtiere oder Pflanzen handelt. Das Projekt zielt darauf ab, den Schulkindern das Lehrplanthema „Wasser als Lebensraum für Tier und Pflanzen“ durch einen Angler ganzheitlich, praktisch und naturnah näherzubringen. Auf der Messe erfahren die Besucher mehr darüber.

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