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Milchwerke Oberfranken West eG

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Dem Klimawandel gewachsen sein – Herausforderungen und Anpassungsstrategien in der Land- und Forstwirtschaft

Die Energiewende in Bayern ist eine Herausforderung, die uns alle angeht. Wir müssen gemeinsam eine Energieversorgung finden, die auf regenerativen und möglichst heimischen Ressourcen aufbaut, wirtschaftlich rentabel ist und gleichzeitig auch Versorgungssicherheit garantiert. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten befasst sich an seinem Stand mit der Rolle der Land- und Forstbetriebe bei der Energieversorgung der Zukunft.

Im Rahmen des Projektes LandSchafftEnergie stellen wir Informationen in allen Bereichen der Energiewende bereit und beraten Kommunen, die Land- und Forstwirtschaft, Unternehmen sowie interessierte und engagierte Bürger völlig unabhängig von kommerziellen Interessen in Sachen Energiewende. Machen Sie mit uns einen Streifzug durch die Vielzahl farbenfroher und ertragreicher Energiepflanzen. Erfahren Sie mehr über neue Anlagenkonzepte bei Biogas. Auch bieten wir Informationen über Photovoltaik und neue Eigenverbrauchslösungen um die Wende in der Energiewelt zu schaffen.

Wir freuen uns auf ihren Besuch in Halle/Stand-Nr: 3/317.

Christine Reininger
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Goethestraße 6, 96450 Coburg
Tel.09561/769-134, Fax 09561/769-104

Wasser – keine Selbstverständlichkeit

Der heiße, trockene Sommer hat es uns wieder vor Augen geführt: Genügend und sauberes Wasser zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade die Landwirtschaft ist darauf angewiesen. Regen herbeizaubern kann zwar niemand, was die Landwirte aber für die Wasserqualität tun können und vielfach schon tun, zeigt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) auf der diesjährigen Oberfranken-Ausstellung (OFRA) in Coburg.

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie hat zum Ziel bis 2027 in Grundwasser und Oberflächengewässern einen guten Zustand zu erhalten oder, wo das nicht der Fall ist, diesen zu erreichen. Gut heißt in diesem Zusammenhang, dass Gewässer als Lebensraum von Fischen, Kleintieren, Pflanzen etc. sowie die chemische Qualität des Grundwassers durch menschliche Eingriffe nicht nachhaltig beeinträchtigt werden dürfen. Ein Ansatzpunkt bei der Umsetzung der Richtlinie ist die Landwirtschaft. Daher arbeitet das Fachzentrum Agrarökologie des AELF Coburg eng mit den Landwirten zusammen. Die Art und Weise der landwirtschaftlichen Bodennutzung wirkt sich direkt auf die Wasserqualität aus. Mögliche Gefährdungspotenziale sind die Düngung, das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und die Abwaschung von Ackerböden, die zum Versanden und Verschlammen naheliegender Gewässer führen. „Wir, insbesondere unsere Wasserberater, beraten die Landwirte mit welchen Maßnahmen sie zur Schonung der Gewässer beitragen können“, sagt Claudia Alberts, die Leiterin des Fachzentrums. „Dabei unterstützt das bayerische Kulturlandschaftsprogramms, in dem es unter anderem auch um den Klimaschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt geht.“

Auch bei sorgfältigem Arbeiten können Düngemittel zum Problem werden, wenn, wie diesen Sommer, wenige Niederschläge fallen. Die Pflanzen können die Nährstoffe dann nicht vollständig aufnehmen und es besteht die Gefahr, dass die Mittel in Oberflächengewässer und ins Grundwasser gelangen. Gegensteuern kann man z. B. durch Fruchtfolgegestaltung oder durch extensivere Nutzung der Flächen. Manche Landwirte stellen komplett auf Bio um. Aber auch schon einfachere Maßnahmen, wie das Einhalten von Grünstreifen zwischen Acker- und Gewässerrändern zeigen Wirkung. Und das in doppelter Hinsicht, denn die Bodenerosion kann so ebenfalls verringert werden. Ideal mit Blick auf die Bodenerosion sind zudem Maßnahmen wie die Umwandlung von Ackerfläche in Wiese oder der Zwischenfruchtanbau. Dabei werden nach der Haupternte auf der Ackerfläche Zwischenfrüchte wie Klee, Senf oder Sonnenblumen angebaut. Das bedeckt den Boden und verhindert das Abwaschen der Erde. Positiver Nebeneffekt: Die im Winter absterbenden Pflanzen sind für den Boden eine zusätzliche Nährstoffzufuhr.

Das funktioniert? Und wie! Auf der Messe werden mit Hilfe eines Regensimulators Versuchsflächen mit blanker Erde, Wiese oder Zwischenfrucht beregnet, sodass die Besucher mit eigenen Augen den Oberflächenabfluss beobachten können. Wer nach dem informativen Standbesuch sein Wissen zum Gewässerschutz testen will, kann das beim AELF-Quiz gerne tun.

Schützenswerte Unterwasserwelt

Gut, wenn sich die Fische im Wasser wohlfühlen. Aber man muss auch etwas dafür tun. Auf der Oberfranken-Ausstellung (OFRA) in Coburg informiert der Bezirksfischereiverband Oberfranken über aktuelle Projekte und Aufgaben.

Neben der Angelbegeisterung verbindet die rund 13.000 Mitglieder im Bezirksfischereiverband Oberfranken (BFVO) das gemeinsame Engagement für die Natur. Schutz und Hege der heimischen Fischarten und die Erhaltung der Artenvielfalt zählen zu den vordersten Aufgaben des Verbandes. Auf der Messe steht die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit im Vordergrund. „Wir möchten den Besuchern bewusst machen, dass Fische in unseren Flüssen und Seen keine Selbstverständlichkeit sind“, so Friedrich Schmauser, der Präsident des Verbandes.

Auf der Messe Coburg in Halle 3 präsentieren die Fischer in Schauaquarien heimische Fischarten und informieren parallel über deren vielfältige Gefährdungen durch natürliche Fischräuber oder menschliche Eingriffe in die Natur. Fischarten wie Mühlkoppe, Äsche, Bachforelle und Aal sind vom Aussterben bedroht. Durch Artenhilfsprogramme versucht man dem gegenzusteuern. Der europäische Aal ist beispielsweise durch Querverbauungen in Flüssen in seiner Existenz gefährdet. Staustufen und Kraftwerke verhindern, dass er, zum Laichen ins Meer ziehen kann und die Jungaale, auch Glasaale genannt, auf dem umgekehrten Weg wieder zurückschwimmen können. Durch den Bau von Fischwanderhilfen und das Einsetzen gerade mal 0,3 Gramm schwerer Glasaale in heimische Gewässer wollen die Fischer den Bestand schützen. Probleme bereiten den Gewässern auch die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen bis in die Uferzonen hinein und die damit verbundenen Einträge. Durch hohe Bodenerosion – eine Nebenwirkung z. B. des intensiven Maisanbaus –, kommt es zu starkem Sedimenteintrag, sodass Kiesbänke in Flüssen und Seen verschlammen oder versanden. Die Folge: Die von Kieslaichern wie Bachforellen und Äschen dort abgelegten Eier sterben aufgrund von Sauerstoffmangel ab. Schmauser weist darauf hin, dass die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die das Ziel haben, bis 2027 einen guten ökologischen und guten chemischen Zustand der Gewässer zu erreichen, noch lange nicht erfüllt sind: „Der sogenannte Wasserpakt, der von der Bayerische Staatsregierung 2017 initiiert wurde, soll nun helfen, Einträge aus der Landwirtschaft zu vermeiden.“ Genaueren Einblick in die Thematik gibt die am BFVO-Stand integrierte Sonderausstellung „Ökologische Gewässersituation kleinerer Fließgewässer in verschiedenen Naturräumen Oberfrankens.“ Unter anderem zeigt sie anhand einer Untersuchung der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken, wie empfindlich Fische und andere aquatische Lebewesen auf Einträge von außen reagieren.

Die Natur zu achten, lernt man am besten von Kindesbeinen an. In der Arbeit der über 100 im Verband organisierten Vereine nimmt daher die Umwelterziehung einen wichtigen Stellenwert ein. Das Projekt „Fischer machen Schule“ der Fischerjugend im Landesfischereiverband Bayern soll Kindern der 4. Grundschulklassen beispielsweise vermitteln, wie lebensfroh es unter Wasser zugeht, egal ob es sich um Fische, Fischnährtiere oder Pflanzen handelt. Das Projekt zielt darauf ab, den Schulkindern das Lehrplanthema „Wasser als Lebensraum für Tier und Pflanzen“ durch einen Angler ganzheitlich, praktisch und naturnah näherzubringen. Auf der Messe erfahren die Besucher mehr darüber.