Wasser – keine Selbstverständlichkeit

Sie sind hier:

Wasser – keine Selbstverständlichkeit

Der heiße, trockene Sommer hat es uns wieder vor Augen geführt: Genügend und sauberes Wasser zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade die Landwirtschaft ist darauf angewiesen. Regen herbeizaubern kann zwar niemand, was die Landwirte aber für die Wasserqualität tun können und vielfach schon tun, zeigt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) auf der diesjährigen Oberfranken-Ausstellung (OFRA) in Coburg.
 
Die europäische Wasserrahmenrichtlinie hat zum Ziel bis 2027 in Grundwasser und Oberflächengewässern einen guten Zustand zu erhalten oder, wo das nicht der Fall ist, diesen zu erreichen. Gut heißt in diesem Zusammenhang, dass Gewässer als Lebensraum von Fischen, Kleintieren, Pflanzen etc. sowie die chemische Qualität des Grundwassers durch menschliche Eingriffe nicht nachhaltig beeinträchtigt werden dürfen. Ein Ansatzpunkt bei der Umsetzung der Richtlinie ist die Landwirtschaft. Daher arbeitet das Fachzentrum Agrarökologie des AELF Coburg eng mit den Landwirten zusammen. Die Art und Weise der landwirtschaftlichen Bodennutzung wirkt sich direkt auf die Wasserqualität aus. Mögliche Gefährdungspotenziale sind die Düngung, das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und die Abwaschung von Ackerböden, die zum Versanden und Verschlammen naheliegender Gewässer führen. „Wir, insbesondere unsere Wasserberater, beraten die Landwirte mit welchen Maßnahmen sie zur Schonung der Gewässer beitragen können“, sagt Claudia Alberts, die Leiterin des Fachzentrums. „Dabei unterstützt das bayerische Kulturlandschaftsprogramms, in dem es unter anderem auch um den Klimaschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt geht.“
 
Auch bei sorgfältigem Arbeiten können Düngemittel zum Problem werden, wenn, wie diesen Sommer, wenige Niederschläge fallen. Die Pflanzen können die Nährstoffe dann nicht vollständig aufnehmen und es besteht die Gefahr, dass die Mittel in Oberflächengewässer und ins Grundwasser gelangen. Gegensteuern kann man z. B. durch Fruchtfolgegestaltung oder durch extensivere Nutzung der Flächen. Manche Landwirte stellen komplett auf Bio um. Aber auch schon einfachere Maßnahmen, wie das Einhalten von Grünstreifen zwischen Acker- und Gewässerrändern zeigen Wirkung. Und das in doppelter Hinsicht, denn die Bodenerosion kann so ebenfalls verringert werden. Ideal mit Blick auf die Bodenerosion sind zudem Maßnahmen wie die Umwandlung von Ackerfläche in Wiese oder der Zwischenfruchtanbau. Dabei werden nach der Haupternte auf der Ackerfläche Zwischenfrüchte wie Klee, Senf oder Sonnenblumen angebaut. Das bedeckt den Boden und verhindert das Abwaschen der Erde. Positiver Nebeneffekt: Die im Winter absterbenden Pflanzen sind für den Boden eine zusätzliche Nährstoffzufuhr.
 
Das funktioniert? Und wie! Auf der Messe werden mit Hilfe eines Regensimulators Versuchsflächen mit blanker Erde, Wiese oder Zwischenfrucht beregnet, sodass die Besucher mit eigenen Augen den Oberflächenabfluss beobachten können. Wer nach dem informativen Standbesuch sein Wissen zum Gewässerschutz testen will, kann das beim AELF-Quiz gerne tun.

Zurück