Kunst mal anders

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Kunst mal anders

„Kunst Schimmer 6“ – autonomer Teil der Frühlingsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“.

Kunst sieht man üblicherweise in Museen oder Galerien. Seit 2013 gibt es Kunst auch anders: beim „Kunst Schimmer“ in Ulm. Die internationale Kunstmesse öffnet sich einem breiten Publikum und findet 2018 bereits zum sechsten Mal als autonomer Teil der Frühlingsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ (LWF) statt. 9 Tage lang, von 21. bis 29. April, zeigen 100 Künstler aus 15 Nationen ihre Werke in der Ulmer Donauhalle. Die Bandbreite reicht laut Ausstellungsmacher Stefan Grzesina M.A. vom klassischen Ölgemälde über Streetart, Skulpturen oder moderne Fotoarbeiten bis hin zum Bodypainting. Dass der „Kunst Schimmer“ bei Messebesuchern, Kunstliebhabern und Sammlern gleichermaßen beliebt ist, kommt nicht von ungefähr: Wo sonst präsentiert sich Kunst so abwechslungsreich, nahbar, unkonventionell und spannend. Und wo sonst kann man mit Künstlern so einfach ins Gespräch kommen.
 
„Zu den Ausstellern zählen erfahrene etablierte Künstler ebenso wie experimentelle junge Wilde“, sagt Grzesina. „Neu in 2018 ist das Exhibition Screening. Eine virtuelle Ausstellungsmöglichkeit für Künstler, die mit ihren Werken nicht selbst anwesend sein können.“ Auch Fernsehprominenz ist vertreten. Bereits zum zweiten Mal stellt Ramona Leiß ihre Werke auf dem „Kunst Schimmer“ aus. Sie war von 1986 bis 2000 die erste Moderatorin der legendären „Knoff-Hoff-Show“, einer Wissenschaftssendung im ZDF, und hat sich mittlerweile unter anderem der Kunst verschrieben. Ihre Werke können wie die aller anderen Ausstellenden auf der Messe käuflich erworben werden.
 
Kunst trifft Literatur
Wo Kunst ist, ist meist die Literatur nicht weit. Fast zeitgleich zum „Kunst Schimmer 6“ findet an verschiedenen Orten in Ulm die „Literaturwoche Donau 2018“ statt. Organisiert wird sie von Florian L. Arnold und Rasmus Schoell vom Literatursalon Donau. Eine Kooperation der beiden Veranstaltungen lag nahe und wurde nun offiziell realisiert: Am 21. April wird das Literarische Jahresheft Mauerläufer auf dem „Kunst Schimmer“ zu Gast sein – sowohl mit klassischen Lesungen auf der Bühne als auch mit mobilen Lesungen, bei denen Autoren mit Bollerwagen durch die Messehalle ziehen. An allen weiteren Messetagen wird der Künstler und Lyriker Jürgen Weing, einer der Autoren des Mauerläufers, täglich um 11.00 Uhr und um 15.00 Uhr mit Lesungen vertreten sein.
 
Ein Abend voller Kunstgenuss
Ein Geschenk an alle Kunstinteressierte in und um Ulm ist der Vernissageabend zur Kunstmesse am Samstag, 21. April, von 18.00 bis 22.00 Uhr. Der Eintritt zu dem Gala-Event ist kostenlos. Die Ulmer Ausstellungsgesellschaft (UAG) als Veranstalter der LWF sowie das Team des „Kunst Schimmer 6“ freuen sich auf zahlreiche Besucher. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Zu den Höhepunkten des Abends zählt die Verleihung des Donaukunstpreises. Unter allen ausstellenden Künstlern werden vier Preise vergeben: Der von der UAG gestiftete Kunstpreis splittet sich in einen ersten und zweiten Platz, die mit 800 bzw. 200 Euro dotiert sind. Der Boesner-Sonderpreis umfasst zwei Warengutscheine, die an den Drittplatzierten sowie, im Rahmen des Nachwuchsförderpreises, an einen ausgewählten Künstler unter 25 Jahren gehen. Musikalisch gibt am Eröffnungsabend die Schweizer Jazzband „Alain‘s Tonejuice“ den Ton an, die auf ihrer Europatournee beim „Kunst Schimmer“ Station macht. Gefolgt wird sie vom interaktiven Ulmer Musikprojekt „Die Songlotterie“, deren Musiker aus zugerufenen Begriffen spontan Songs kreieren. Auf der Kunstmesse werden sie vom Publikum ausgewählte Kunstwerke besingen. Auf die Symbiose aus Publikumswunsch, Kunst und Musik darf man gespannt sein.
 
Kunst aus dem, was übrig bleibt
Eingeweiht wird am Eröffnungsabend zudem eine Burning-Bird-Skulptur, die von einem Kollektiv um den Ulmer Allroundkünstler Mark Klawikowski vor dem Haupteingang der Donauhalle entsteht. Gemäß der Idee des Upcyclings, bei dem aus Abfällen neue Produkte entstehen, wird eine monumentale Figur aus Holzresten, wie sie auch auf Messen anfallen, geformt. Intention ist nicht der erhobene Zeigefinger, die Künstler wollen vielmehr mit dem begeistern, was übrig bleibt. Wer weiß, vielleicht bleibt es nicht bei der einen Skulptur und es entsteht vor der Donauhalle ja eine ganze Skulpturenlandschaft. „Wir sind auf jeden Fall für weitere, künstlerische Ideen offen,“ meint Grzesina.

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