Von fliegenden Jägern und vierbeinigen Jagdbegleitern

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Von fliegenden Jägern und vierbeinigen Jagdbegleitern

Auf der Fachmesse für Jagd- und Fischerei in Ulm ist „tierisch“ was los.

Auf der Baden-Württembergischen Jagd- und Fischereimesse in Ulm erfahren die Besucher nicht nur viel über die heimischen Wildtierwelt, sie können bei täglichen Vorführungen auch in die 3.000 Jahre vor Christi zurückreichende Geschichte der Falknerei eintauchen oder bei den Jagdhundepräsentationen die Talente und Bedürfnisse verschiedener Hunderassen kennenlernen.

Schon in seiner Kindheit haben die Greifvögel Wolfgang Schreyer in ihren Bann gezogen. 1980 legte er die Falknerprüfung in Landshut ab, arbeitete fürs Deutsche Jagd- und Fischereimuseum und machte sich 2001 schließlich als Falkner selbstständig. Bei der Falknerei oder Beizjagd werden mit Hilfe eines Greifvogels Feder- und Haarwild, in Städten und auf Industrieflächen also beispielsweise Krähen und Kaninchen, gejagt bzw. vergrämt. Zur Aufgabe des Falkners zählen zudem das Abrichten und Pflegen der eleganten Flugkünstler. Auf dem Freigelände der Jagd- und Fischereimesse kann man Schreyer bei täglichen Vorführungen im Umgang mit seinen Tieren zusehen und die faszinierenden Flugbilder der einzelnen Vogelarten beobachten. Parallel informiert Schreyer über deren Jagdfähigkeiten und Eigenschaften. Darüber hinaus erzählt er aus der Geschichte der Falknerei, die in Deutschland seit 2016 als UNESCO Weltkulturerbe gelistet ist. Nach Ulm bringt der Falkner einen Weißkopfseeadler, einen Steinadler, Lanner- und Sakerfalken sowie einen Rotrücken- und einen Wüstenbussard mit. Mit dem können Mutige aus dem Publikum übrigens um die Wette laufen. Am besten, sie fangen schon mal mit dem Trainieren an.

Während die einen durch die Lüfte ziehen, stehen oder laufen die anderen Jagdbegleiter mit den Pfoten auf dem Boden: die Hunde. Georg Häckel, der selbst Jäger und Hundezüchter ist, stellt in Messehalle 6 täglich rund 30 verschiedene Jagdhunderassen vor. Ob groß oder klein, Spürnase oder Kopfarbeiter, Vorsteh- oder Aportierhunde, Schweiß- oder Erdhund – die Entscheidung, welcher Hund der richtige Jagdbegleiter ist, sollte gut überlegt sein. Sie hängt stark vom Wildvorkommen im Revier ab, sollte zu den eigenen jagdlichen Vorlieben sowie zur Lebenssituation passen. „Und, ganz egal, welche Wesensmerkmale und Ansprüche die verschiedenen Rassen haben, die Hunde brauchen Familienanschluss“, wie Häckel betont. Damit eine enge Bindung zwischen Mensch und Hund entsteht, ist außerdem viel gemeinsame Arbeit angesagt: Die Ausbildung sollte möglichst in der 8. oder 9. Lebenswoche des Jagdhundes beginnen. Zuchtverbände und Jägervereinigungen bieten entsprechende Kurse an, an deren Ende idealerweise eine bestandene Jagdgebrauchshundeprüfung, eine Verbandsjugendprüfung, eine Hauptzuchtprüfung und ein eingespieltes Mensch-Hund-Team stehen. Wer also mehr über Teckel, Magyar Vizsla, Retriever & Co. erfahren will, ist bei der Jagdhundepräsentation auf der Ulmer Jagd- und Fischereimesse richtig.

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