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Von großen und kleine Fischen

Die heimischen Gewässer sind Lebensraum für eine vielgestaltige Tier- und Pflanzenwelt. Damit der Artenreichtum erhalten bleibt, engagieren sich die bayerischen Fischerinnen und Fischer für den Naturschutz. Auf der Niederbayern-Schau bzw. der Jagd, Fisch & Natur in Landshut stellen sie in Halle 9 ihre Aktivitäten vor und informieren rund um ihre Leidenschaft fürs Angeln.

Der Landesfischereiverband Bayern, die Fischereiverbände Niederbayern und Oberbayern, die Bayerische Fischerjugend sowie der Angelsportverein Landshut machen als ideelle Träger der Jagd, Fisch & Natur gemeinsame Sache. Auch wenn die Fachmesse offiziell erst am 30. September, dem Niederbayerischen Fischereitag, öffnet, sind sie schon ab dem Start der Niederbayern-Schau am 29. September dabei. Nicht ohne Grund. Sie haben ein Anliegen, dass auch die breite Öffentlichkeit angeht: Die Verbesserung und die Erhaltung der Wasserqualität in den heimischen Gewässern. Die Bäche, Flüsse und Seen des Landes waren Heimat für eine bunte Vielfalt von Lebewesen, doch so manche Art der kleinen oder großen Fische, der Muscheln und Krebse ist selten geworden. Nachhaltigkeit und sorgsamer Umgang mit der Natur sind daher zentrale Themen für alle Freizeitfischerinnen und -fischer. „Das Recht zu angeln, beinhaltet die selbstverständliche Pflicht zur Gewässerpflege und Gewässerhege“, bringt es Manfred Forster, der 1. Vorstandsvorsitzende des Angelsportvereins Landshut, auf den Punkt. Das schließt das Schonen seltener Arten ebenso wie das Setzen von Jungfischen, Biotopverbesserungen oder das „Wiederbeleben“ von Gewässern ein, die z. B. durch Biogasanlagen verunreinigt wurden.

Fisch ist nicht gleich Fisch
In der Messehalle gibt eine großflächige Bach- und Teichlandschaft Einblick in das Leben und den ursprünglichen Artenreichtum unter der Wasseroberfläche. Das vom Garten- und Landschaftsbauer Sebastian Baukus gestaltete Biotop versucht anhand des typischen Laufs eines Fließgewässers, die unterschiedlichen Gewässervorlieben heimischer Fischarten nachzustellen. Gezeigt werden insgesamt vier dieser sogenannten Fischregionen. Die erste Zone lehnt sich an den flachen, kühlen und stark strömenden Oberlauf von Fließgewässern an. Hier fühlen sich Forellen oder auch Elritzen und Groppen wohl. Die daran anschließende Zone mit ihrem langsam wärmer und tiefer werdenden Wasser gilt als Äschenregion. Neben der Namensgeberin kann man in dieser Fischregion auch Nasen, Huchen oder Gründlinge entdecken. Die Zone mündet in einem tiefen Becken, dass mit steigender Temperatur, sinkendem Sauerstoffgehalt und deutlich langsamer fließendem Wasser die Gegebenheiten in der Barbenregion und der Brachsenregion widerspiegelt, in denen sich in der Regel auch Aale, Hechte, Karpfen und Zander finden. Baukus will den Besuchern mehr bieten als Fischeschauen: „In der strukturreich gestalteten Landschaft ergeben sich für Fische wie Beobachter interessante Situationen.“ Infotafeln geben Auskunft. Zudem bietet die Jugend des Angelsportvereins Landshut Führungen an, die neben der Wasserlandschaft auch die Schauaquarien in Halle 9 einbeziehen.

Fischer machen Schule
Die Bayerische Fischerjugend im Landesfischereiverband Bayern e.V. ist auf der Jagd, Fisch & Natur mit einem eigenen Stand vertreten. Ein Arbeitsschwerpunkt des anerkannten Jugendverbandes im Bereich Umwelt- und Naturschutz ist die Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen: erlebnisreich, ganzheitlich und naturnah an Bächen, Flüssen und Seen. Simon Ternyik, pädagogischer Mitarbeiter des Verbandes, präzisiert: „Unser Ziel ist es, den Jungen und Mädchen ein Gespür für die Zusammenhänge in der Natur zu vermitteln. Dazu gehört auch der Respekt vor der Kreatur und die damit verbundene Wertschätzung natürlicher Nahrungsmittel.“ Erfolgreiches Beispiel dieser Arbeit ist das Projekt „Fischer machen Schule“. Es ist passend zum Lehrplanthema „Wasser als Lebensraum für Tiere und Pflanzen“ in den 4. Klassen der bayerischen Grundschulen konzipiert. Allein 2016 haben rund 7.800 Schulkinder teilgenommen, unter Anleitung heimische Gewässer erforscht und dabei gelernt, dass diese – auch wenn man es nicht immer gleich auf den ersten Blick sieht – voller Leben stecken: Bachflohkrebs, Steinfliegen oder Libellenlarven spielen als Nährtiere der Fische im Kreislauf der Natur eine wichtige Rolle und ihr Vorkommen oder Nichtvorkommen gibt Auskunft über die Wasserqualität. Ob die Messebesucher im Schauaquarium die Kleintiere entdecken? Wie genau sie hingeschaut haben, können sie im Anschluss beim Fliegenbinden beweisen. Bei dieser Art der Köderherstellung werden die Nährtiere der Fische aus künstlichem oder natürlichem Haar von Hand nachgebildet. Damit die Tierimitate gelingen, gibt ein erfahrener Fliegenbinder Tipps und Hilfestellung.

Fischerprüfung und Fischerforum
Das Werfen mit der Angel kann man unter der Regie des Angelsportvereins Landshut am Wurfbecken ausprobieren. Erfahrene Angler zeigen unterschiedliche Angeltechniken und weisen beispielsweise ins Fliegenfischen oder ins Spinnangeln mit Kunstködern ein. Wer da grundsätzlich Lust aufs Angeln bekommt, erhält am Stand des Angelsportvereins Informationen über Lehrgänge und die Staatliche Fischerprüfung, die man praktischerweise direkt in Landshut, im zertifizierten Prüfungslokal des Vereins ablegen kann. Der 1949 gegründete Verein ist mit fast 3000 Mitgliedern, darunter 200 Jugendlichen, der größte Fischereiverein in Bayern. Mehr über den Verein und seine Tätigkeit erfährt man bei Präsentationen im Fischer-Forum. Dort berichten außerdem ab 30. September im Rahmen eines kostenlosen Vortragsprogramms namhafte Experten wie Thorsten Ahrens, Armin Adam und Markus Pelzer über Techniken und Geheimnisse erfolgreicher Fischerei und ihre Erfahrungen in unterschiedlichsten Angelregionen.

Dass die Fischerinnen und Fischer ihren Fang sinnvoll verwerten, versteht sich von selbst. Mit regional nachhaltig gefangenen Fischen kommen, ohne lange Transportwege, gesunde und schmackhafte Nahrungsmittel auf den Tisch. Davon kann sich am 1. und 3. Oktober jeder Messebesucher selbst überzeugen. Es gibt Gratiskostproben von gebackenem Fisch.

Zur Messe:
Die internationale Messe Jagd, Fisch & Natur findet von 30. September bis 3. Oktober 2017 parallel zur Niederbayern-Schau im Messepark Landshut statt. Sie ist im süddeutschen Raum der Treffpunkt für Jagd, Fischerei, Schützen- und Bogensport. Geöffnet ist täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Die Besucher können ohne zusätzlichen Eintritt zwischen Verbraucher- und Fachmesse wechseln.


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