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Moderne Jagdkultur

Sie sind naturverbunden, setzen sich für die Erhaltung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt ein und engagieren sich in der außerschulischen Umweltbildung: die im Bayerischen Jagdverband e.V. (BJV) organisierten Jägerinnen und Jäger. Einer ihrer Treffpunkte ist die internationale Fachmesse Jagd, Fisch & Natur in Landshut, auf der unter anderem der Verband seine Arbeit präsentiert. Fazit: Das Kulturgut Jagd ist alles andere als von gestern.

Von 30. September bis 3. Oktober 2017 treffen sich in Landshut wieder die bayerischen Jägerinnen und Jäger. Auf der parallel zur Niederbayern-Schau stattfindenden internationalen Fachmesse Jagd, Fisch & Natur werden nicht nur zeitgemäße Jagdausrüstung, Jagdwaffen, optisches Zubehör oder Bekleidung vorgestellt, auch der BJV und seine Organisationen sind vertreten. Mit dabei sind die Wildland Stiftung Bayern, das Jägerinnenforum, die Landesjagdschule, die Initiative „Natur erleben und begreifen“, die BJV-Service GmbH und die BJV-Landesgeschäftsstelle. Sie informieren über ihre Aktivitäten, die von einer nachhaltigen und tierschutzgerechten Jagd über das Aus- und Fortbildungsprogramm bis zur Umweltbildung und zu lebensraumerhaltenden Naturschutzmaßnahmen reichen.

Eines wird dabei schnell klar: Die Jagd hat in Bayern zwar eine Jahrtausendealte Tradition, verstaubt ist sie deshalb aber nicht. Das zeigt sowohl die wachsende Zahl der BJV-Mitglieder, jährlich kommen rund 700 hinzu, als auch das steigende Ansehen der Jagd in der Bevölkerung. Einen Grund dafür sieht Thomas Schreder, Leiter der Kommunikation beim BJV, in der Öffentlichkeitsarbeit: „Wir informieren aktiv darüber, wie und nach welchen Gesichtspunkten wir jagen, welche Bedeutung die Jagd für die Ökosysteme Wald, Feld und Wiese hat und warum wir, was nur wenigen bewusst ist, ein staatlich anerkannter Naturschutzverband sind.“

Ein aktuelles Beispiel ist das Fachsymposium Niederwild, zu dem der BJV am Messesonntag von 10.00 bis 13.00 Uhr ins Foyer des Stadttheaters Landshut einlädt. Ziel ist, die Zukunft der Feldbewohner wie Hase, Fasan, Rebhuhn oder Wachtel zu sichern. Für sie werden Lebensraum und Nahrungsangebot knapper, während die Zahl ihrer natürlichen Feinde, Fuchs, Dachs, Rabenvögel etc., steigt. Sich und den eigenen Nachwuchs durchzubringen wird daher für das Niederwild immer schwieriger. Auf dem Symposium werden Lösungsansätze von Hegetipps bis zur bestandsregulierenden Raubwildbejagung vorgestellt und diskutiert.


Erfolgreiches, auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Wildtiermanagement ist das eine, die Nutzung des erlegten Wildes das andere. Wildbret ist ein gesundes Nahrungsmittel aus der heimischen Region und, die Kostproben aus der Messeschauküche von Koch und Jäger Reinhold Winterl belegen es, überaus wohlschmeckend. Doch das ist noch nicht alles. Das Jägerinnenforum setzt sich unter anderem dafür ein, dass auch das Fell des Raubwilds aus nachhaltiger Jagd nicht einfach entsorgt, sondern im Verantwortungsbewusstsein für die Natur und ihre Ressourcen sinnvoll genutzt wird.

Auf einer moderierten Modenschau am 30. September um 15.00 Uhr in Halle J stellt das Forum unter der Mitwirkung von Jägerinnen und in Kooperation mit dem Kürschnermeister Wolfgang Lastner funktionelle, leichte und modische Bekleidung aus Pelz vor. Alle Modelle unterliegen dem Label WEPREFUR, das den Prinzipien „fair, regional, ökologisch, nachhaltig“ verpflichtet ist. Damit wollen die Jägerinnen sowohl für die äußerst haltbaren Kleidungsstücke aus natürlichen Materialien werben als auch in den Reihen der Jägerschaft Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit den Tierfellen schaffen.

Zu moderner Jagdkultur gehört auch digitale Technik. Seit zwei Jahren ist BJVdigital online. Ein Revierorganisationsprogramm, über das sich Jäger, Landwirte, Förster und Behörden bei der bayernweiten Schwarzwildjagd vernetzen und zusammenarbeiten können. Mittlerweile sind rund 1.500 Nutzer registriert. Auf der internationalen Fachmesse Jagd, Fisch & Natur wird über das Kooperationsprogramm sowie speziell über die BJVdigital-App zur Nutzung auf Smartphones informiert. Am 2. Oktober findet von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr in Halle J zudem ein Anwenderforum statt. User stellen in Vorträgen ihre Erfahrungen mit BJVdigital vor. Die anschließende Diskussion bietet die Möglichkeit, sich über Funktionalität und Weiterentwicklungen des Programms auszutauschen.

Zu den traditionellen Höhenpunkten der internationalen Fachmesse Jagd, Fisch & Natur zählen die für alle Besucher sehenswerten Tierschauen. In Halle H zeigen 25 Zuchtverbände verschiedene Jagdhunderassen, deren typische Verhaltensweisen täglich auf der Aktionsbühne oder im Freigelände vorgestellt werden. Der Falkner Wolfgang Schreyer informiert täglich um 10.45 Uhr in Halle J über die Falknerei und für die Jagd geeignete Greifvögel. Bei nachmittäglichen Flugvorführungen im Freigelände stellen diese ihr Können dann unter Beweis. Zudem präsentieren der BJV und der Präparator Ludwig Krinner gemeinsam aufwendig und lebensecht gestaltete Dioramen mit heimischen Wildtieren.

Zur Messe:
Die internationale Messe Jagd, Fisch & Natur findet von 30. September bis 3. Oktober 2017 parallel zur Niederbayern-Schau im Messepark Landshut statt. Sie ist im süddeutschen Raum der Treffpunkt für Jagd, Fischerei, Schützen- und Bogensport. Geöffnet ist täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Die Besucher können ohne zusätzlichen Eintritt zwischen Verbraucher- und Fachmesse wechseln.


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