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Arten- und Gewässerschutzprojekte des LFV Bayern

Ideelle Träger der Messe Jagd, Fisch & Natur Landshut: Landesfischereiverband Bayern, Fischereiverband Niederbayern, Fischereiverband Oberbayern, ASV - Angelsportverein Landshut<br />

Durch den LFV Bayern werden seit über fünfzehn Jahren Projekte aus Mitteln der Fischereiabgabe für Maßnahmen zum praktischen Fischarten- und Gewässerschutz sowie Untersuchungen zu Gefährdungsursachen einzelner Arten durchgeführt. Daten der Fischartenkartierung, der Erhebungen für die Umsetzung der Wasserrahmen- und der Flora-Fauna-Habitat- Richtlinie sowie aktuelle Bestandserhebungen des LFV Bayern, der Bezirksfischereiverbände und der Fischereiberechtigten fließen in die entsprechenden Projekte ein.

Der Schwerpunkt der Projekttätigkeit liegt bei der Erhaltung gefährdeter Fischarten und der Renaturierung der Fließgewässerlebensräume, aber auch auf der Optimierung der fischereilichen Bewirtschaftung und der Sicherung einer nachhaltigen Nutzung.

Neunzig Prozent der Fließgewässerfischarten und alle Wanderfischarten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Fischarten in Bayern. Nahezu alle bayerischen Fließgewässerfische laichen auf Kiessubstrat. Die große Mehrheit dieser Kieslaicher gilt als gefährdet, einige Arten sind bereits aus Mitteleuropa verschwunden. Vielerorts gehen die Bestände weiter zurück. Zu den vielfältigen Gründen für diese Entwicklung zählt eine verminderte Reproduktion aufgrund degradierter Gewässerlebensräume. Dies lässt Rückschlüsse auf Defizite bzgl. der Funktionsfähigkeit unserer Gewässer zu. Die Europäische Union hat im Jahr 2000 die „Wasserrahmenrichtlinie" (WRRL) erlassen, damit sich die Mitgliedsstaaten für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Ziel der WRRL ist es, für die Gewässer in Europa bis 2015 - also schon in fünf Jahren - einen „guten ökologischen Zustand" zu erreichen.

Neben den chemischen Belastungen sollten insbesondere ökologische Aspekte in den Vordergrund rücken, wobei nur ein intaktes Ökosystem in allen Kriterien das Prädikat „sehr gut" erreicht. Eines der zentralen Qualitätsmerkmale für Oberflächengewässer ist die fischökologische Funktionsfähigkeit. Die Fischbestände vieler untersuchter Gewässer, die in früheren Gutachten noch als „naturnah" bis „sehr naturnah" beschrieben wurden, zeigen nach heutigen Kriterien deutliche Defizite. Oft werden die Gewässer nach den Kriterien zur Bewertung des Fischbestands (Dominanzverhältnisse, Altersklassenaufbau, etc.) mit „unbefriedigend" bis „schlecht" bewertet. Das bedeutet, dass sich die Fischfauna in vielen der zunächst als naturnah erachteten Fließgewässer tatsächlich in einem sehr kritischen Zustand befindet. Dass es sich bei diesem Befund nicht nur um ein lokal begrenztes, sondern um ein allgemeines Problem an unseren Gewässern handelt, beweisen die Ergebnisse der Erhebungen des ökologischen Zustandes gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie bis einschließlich 2010.

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Sehr erfreulich ist zwar, dass gemäß WRRL der chemische Zustand bei 99 % der Flusswasserkörper als gut eingestuft wird. Ganz anders sieht es hingegen bzgl. der Hydromorphologie aus. 21 % der Flusswasserkörper wurde als gut, 45 % als mäßig und 33 % als mäßig bis schlecht klassifiziert. Damit hat erst ein Fünftel der Flusswasserkörper das WRRL-Ziel „guter ökologischer Zustand" bereits erreicht. Für 18 % ist eine Zielerreichung bis 2015 vorgesehen. Für 61 % der Flusswasserkörper ist mit der Zielerreichung erst zwischen 2015 und 2027 zu rechnen.

Die Durchgängigkeit der Fließgewässer ist ein zentraler Punkt der WRRL. In den letzten Jahren wurden unter Miteinbeziehung des LFV Bayern alle Querbauwerksobjekte innerhalb der „Fischfaunistischen Vorranggewässer" erfasst und bewertet. Von rund 23.000 erfassten Objekten waren 11.000 nicht fischdurchgängig. In der Konzeptphase II fand einen fachliche Priorisierung bzgl. der Wiederherstellung der Durchgängigkeit statt. Auch hier war der LFV Bayern im Rahmen der Projekte im Jahr 2010 beteiligt. Die Querbauwerksobjekte wurden auf Basis einer „Entscheidungsmatrix" mit zeitlich vorrangigem Handlungsbedarf priorisiert. Der Entwurf der Ergebnisse wurde nach Einarbeitung der Hinweise aus den verwaltungsinternen Abstimmungsrunden im Herbst 2010 in runden Tischen auf regionaler Ebene unter Beteiligung der Bezirksfischereiverbände vorgestellt und diskutiert. In der folgenden Konzeptphase werden nun auf Ebene der Wasserwirtschaftsämter Umsetzungskonzepte erarbeitet.

Es ist klar ersichtlich, dass es für alle Beteiligten noch sehr viel zu tun gibt. Der LFV Bayern arbeitet im Rahmen der Projekte standing daran, Wissensdefizite zu beseitigen und Verantwortliche zum Handeln zu bewegen. Es wurden vom LFV Bayern beispielsweise Methoden entwickelt, wie sich Teillebensräume schaffen oder auch restaurieren lassen. Mit welch einfachen Mitteln die Lebensräume für die heimische Fischfauna verbessert werden können, belegt die Broschüre „Lebensraum Fließgewässer - Restaurieren und Entwickeln - Effektive Sofortmaßnahmen an regulierten Gewässerabschnitten". Die Broschüre „Eingriffe in Fließgewässer - Möglichkeiten der Kompensation" soll dazu beitragen, dass Eingriffe in Fließgewässer zukünftig auch wirklich ausgeglichen werden. Dies war in der Vergangenheit oft nicht der Fall, sonst wäre der Handlungsbedarf heute auch nicht so groß. Gerade im Hinblick auf die Energiewende und in diesem Zusammenhang auf den Ausbau der Wasserkraft ist in Zukunft größtes Augenmerk zu legen.

Nicht erst seit der Energiewende, sondern seit dem der Klimaschutz als politisches Ziel weltweit an Bedeutung gewinnt, entstand ein regelrechter Wasserkraftboom. Auch in Bayern und den benachbarten Alpenländern gibt es insbesondere für den Neubau von kleinen Wasserkraftwerken eine Flut von Anträgen. Das hohe Wasseraufkommen der Alpenregion in Verbindung mit dem großen Gefälle kommt hier zum Tragen. Es gibt mittlerweile eine Reihe von so genannten Ökolabels, die den Stromkunden suggerieren, dass der bevorzugte Kauf von Strom aus Wasserkraft gut für die Umwelt sei. Die ökologischen Auswirkungen und fischereilichen Schäden sind dem Verbraucher oft nicht bekannt und werden von der Wasserkraft verschwiegen. Der LFV Bayern beschäftigt sich im Rahmen mehrerer Projekte mit den gesamtökologischen Schäden als Folge der Wasserkraftnutzung. Durch die Aktivitäten des LFV konnten die weit reichenden negativen Folgen der Wasserkraftnutzung auf die Gewässerlebensräume vielen Entscheidungsträgern nahe gebracht werden. Inwieweit durch die Arbeit des Verbands der Ausbau der Wasserkraft gebremst werden kann, bleibt abzuwarten.

Für den Erhalt gefährdeter Arten setzt sich der LFV Bayern u.a. mit den Artenhilfsprogrammen sowie den Projekten bzgl. der Problematik fischfressender Vögel ein. In Zusammenhang mit der Erarbeitung von entsprechenden Allgemeinverfügungen, die auf einen Landtagsbeschluss von Mai 2009 zurückgehen und der Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 war der Verrband im vergangenen Jahr bzgl. dieser Problematik überdurchschnittlich stark gefordert. Neben zahlreichen Stellungnahmen und Presserklärungen wurde auch die kleine Kormoranbroschüre aufgrund hoher Nachfrage neu aufgelegt. Es wurden speziell zum Thema Kormoran einen ganze Reihe von Vorträgen gehalten.

Die Projektergebnisse warden in Broschüren veröffentlicht, die während der MEsse ausliegen und ie als download (www.lfvbayern.de/arten-und-gewaesserschutz/veroeffentlichungen) abrufbar sind.

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